CAS «Arbeitsumfeld Kernenergie»: mehr Resilienz in Notfällen und Krisen dank fundierter Vorbereitung

Am 1. Mai 2026 ging es weiter mit dem Modul «Notfallmanagement» des CAS «Arbeitsumfeld Kernenergie». Im Fokus standen Krisen- und Notfallmanagement.

Simon Rüegger (Axpo Group) startete den Tag mit einem kompakten Rückblick und betonte dabei die Unterscheidung zwischen Notfall und Krise:

🔹 Im Notfallmanagement wird ein Ereignis aktiv gesteuert.

🔹 Im Krisenmanagement navigiert man durch Unsicherheit und unvollständige Information.

🔍 Der erste Schritt ist immer die Beurteilung der Lage:

🔹 Was ist die bestimmende Lage?

🔹Was ist die gefährlichste Entwicklung?

🔹 Was ist die wahrscheinlichste Entwicklung?

🧩 Um Komplexität zu bewältigen, hilft eine klare Problemstrukturierung: Grosse Herausforderungen werden in kleinere, bearbeitbare Teilprobleme zerlegt, die schrittweise gelöst werden. Anspruchsvoll wird es, wenn diese Teilprobleme voneinander abhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Deshalb gilt im Notfallmanagement:

🔹 Gute Vorbereitung ist alles, denn die ersten Stunden sind entscheidend.

🔹 Informationen müssen strukturiert und laufend ergänzt werden§.

🔹 Man muss stets einen Schritt vorausdenken.

📓 Eine saubere Dokumentation ist dabei zentral: Das Lageteam führt ein Journal, in dem alle Ereignisse festgehalten werden. Einzelne Meldungen können zum «Game Changer» werden und eine Situation grundlegend ändern.

Ist der Notfall einmal stabilisiert, übernimmt das Krisenmanagement.

📢 Kommunikation spielt hier eine zentrale Rolle, dabei sind folgende Faktoren entscheidend:

🔹 Erreichbarkeit

🔹Ehrlichkeit

🔹 Konsistenz («One Voice»)

🔹 Transparenz

🔹 Verständlichkeit

⚛️ Im zweiten Teil des Moduls gab uns Marek Cernoch (Axpo Group) spannende Einblicke in den Notfallschutz im Bereich Kernenergie.

Die Zuverlässigkeit von Kernkraftwerken basiert auf der gestaffelten Sicherheitsvorsorge («Defence in Depth») sowie auf den vier zentralen Schutzzielen:

🔹 Kontrolle der Kettenreaktion

🔹 Kühlung der Brennelemente

🔹 Einschluss radioaktiver Stoffe

🔹 Begrenzung radiologischer Auswirkungen

🎯 Ziel der Notfallorganisation ist es, Auswirkungen möglicher Ereignisse zu minimieren, weitere zu verhindern und Mensch und Umwelt zu schützen.

🛡️ Die Notfallvorsorge in einem Kernkraftwerk umfasst:

🔹 Planung und Organisation

🔹 Technische Schutzmassnahmen

🔹 Ausbildung und regelmässiges Training

🔹 Alarmierung und Information

🔹 Strahlenschutz

🔹 Zusammenarbeit und Kommunikation

🔹 Kontinuierliche Verbesserung (Exzellenz als Massstab)

In den Schweizer Kernkraftwerken ist jede Funktion mehrfach besetzt, und die Anlagen werden jederzeit von hochqualifiziertem Personal überwacht.

⚖️ Regulatorische Grundlagen unterstreichen die zentrale Bedeutung einer funktionierenden Notfallvorsorge.

💡 Notfall- und Krisenmanagement beginnen lange vor einem Ereignis. Zentral dabei sind fundierte Vorbereitung, klare Strukturen und die Fähigkeit, auch mit Unsicherheiten adäquat umgehen zu können. Eine vorausschauende Kommunikation ist dabei zentral.

🔎 Weitere Informationen zum CAS:

CAS Arbeitsumfeld Kernenergie | BFH

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