CAS «Arbeitsumfeld Kernenergie»: Dekontamination, Entsorgung und erste Modulprüfung

Am 5. Dezember 2025 fand der fünfte Kurstag des CAS «Arbeitsumfeld Kernenergie» statt, der zugleich den Abschluss des ersten Pflichtfach-Blocks inklusive Prüfung markierte. Ein intensiver und spannender Tag!

🔎 Am Vormittag gab Mario Stein (Kernkraftwerk Leibstadt) einen Einblick in die rechtlichen Grundlagen sowie die technischen und organisatorischen Prozesse rund um die Entsorgung und Dekontamination radioaktiver Abfälle in der Schweiz.

Täglich fallen in Kernanlagen verschiedenste radioaktive Abfälle an – von Schutzkleidung und Atemschutzmasken bis hin zu ausgedienten Grosskomponenten wie Dampfturbinen. Diese müssen unter strengsten Auflagen dekontaminiert und zwischengelagert werden, stets mit dem Ziel, die Strahlenbelastung für Mensch und Umwelt möglichst gering zu halten.

🧽 Um verunreinigte Oberflächen zu dekontaminieren, kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz:
– Aktivwäscherei zur Reinigung von Schutzkleidung und Masken – ein wichtiger Beitrag zur Abfallminimierung.
– Glasperlenstrahlen zur Entfernung von Oberflächenkontamination.
– Hochdruck-Wasserstrahlgeräte und Ultraschallbäder für hartnäckige Ablagerungen.
– Dekontaminationsboxen für ferngesteuerte Arbeiten mit Edelstahlfiltern oder anderen sensiblen Komponenten.

Auch verbaute Anlageteile, Laufwege oder Werkzeuge werden regelmässig dekontaminiert, um Verschleppung zu verhindern.

⚛️ Wichtigste Erkenntnisse:
– Die Menge radioaktiver Abfälle ist im Vergleich zu konventionellen Abfällen gering (Faktor 1:2’000).
– Leicht kontaminierte Abfälle wie Kleidung werden im Plasmaofen im Zwilag verbrannt. Dadurch wird das Abfallvolumen um rund 75 % reduziert.
– Harze und Konzentrate werden in Fässern zementiert, bitumiert oder in Polystyrol eingebunden.
– Grosskomponenten lagern bis zu 30 Jahre, bis die Strahlenaktivität abgeklungen ist.

⚙️ Die Schweiz verfügt über ein dichtes Regelwerk an Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien, die sämtliche Schritte der radioaktiven Entsorgung und Dekontamination regeln.

💡 Key Take-Aways:
Radioaktive Entsorgung und Dekontamination umfassen eine Vielfalt an Tätigkeiten. Deshalb sind fundierte Kenntnisse des Schweizer Regelwerks unverzichtbar, um
– Mensch und Umwelt zu schützen.
– Die Sicherheit des Personals zu gewährleisten.
– Den sicheren und wirtschaftlichen Betrieb der Anlage zu ermöglichen.
– Abfälle zu minimieren.
– Zukünftige Generationen nicht unnötig zu belasten.

📘 Am Nachmittag stand für die Studierenden die erste Prüfung des CAS auf dem Programm – und somit der Abschluss des ersten Pflichtmodul-Blocks.

🔎 Weitere Informationen zum CAS:

CAS Arbeitsumfeld Kernenergie | BFH

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