Am 30. Januar 2026 tauchten die Studierenden des CAS «Arbeitsumfeld Kernenergie» mit Hedwig Schregle (Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG) und Alessia I. Bargetzi (Kernkraftwerk Leibstadt AG) tief ins Thema Wissensmanagement in «High Reliability Organizations» (HROs) ein. Dabei standen die Fragen im Zentrum: Wie lernen wir eigentlich? Und was bedeutet das für HROs?
💡 Wissen entsteht im Zusammenspiel von Gehirn, Erfahrung, Emotionen, Körper, Umfeld und sozialem Kontext. Menschen lernen unterschiedlich und nehmen Unterschiedliches auf. Der individuelle Wissensstand und Erfahrungsschatz spielen dabei eine wichtige Rolle, denn unser Gehirn knüpft an zuvor Gelerntes an und baut darauf auf.
🪴 Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die neuronale Plastizität bis ins hohe Alter erhalten bleibt. Auch wer älter ist, kann noch leicht Neues lernen. Entscheidend ist, ob dabei an bestehende Erfahrungen angeknüpft werden kann. Wenn jemand z.B. früh Fremdsprachen gelernt hat, wird ihr oder ihm dies auch mit 60 oder 70 noch leichtfallen.
⚡ Unter Stress schaltet unser Gehirn auf Automatik, das Informationszentrum wird eingeschränkt. Was dagegen hilft, ist eine kurze Pause, um wieder aufnahmefähig zu werden.
🔎 Es gibt verschiedene Wissensformen:
· Prozedurales Wissen (z.B. Velofahren – durch Übung)
· Episodisches Wissen (Erlebnisse mit emotionaler Prägung)
· Semantisches Wissen (Fachwissen, Regeln, Begriffe)
Gerade in HROs ist das implizite Erfahrungswissen der Mitarbeitenden entscheidend.
👉 Das 4E-Cognition-Modell zeigt die Mehrdimensionalität des Lernprozesses auf:
· Embodied: Lernen mit dem Körper – Bewegung unterstützt Denken
· Enactive: Verstehen entsteht durch Handeln
· Embedded: Lernen ist sozial eingebettet (z.B. «Gotte/Götti»-Modelle, Lernen mit Expert:innen)
· Extended: Tools erweitern unsere kognitive Leistungsfähigkeit (z.B. Simulatoren, Checklisten, digitale Hilfsmittel)
🔄️ Wissenstransfer braucht Struktur
Wissenstransfer ist in Kernkraftwerken massgebend, um den sicheren Betrieb einer Anlage auch über mehrere Generationen hinweg zu gewährleisten.
👉 Lernen bedeutet immer auch, die Komfortzone zu verlassen, jedoch ohne dabei überfordert zu werden. Nur so kann nachhaltige Kompetenz entstehen.
📌Fazit: Wissensmanagement in HROs ist weit mehr als nur Dokumentation. Es ist ein kontinuierlicher Lernprozess, getragen durch Kultur, Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und psychologische Sicherheit. Für den Erfolg des Lernprozesses ist entscheidend, wie wir die Rahmenbedingungen dafür gestalten. 🪴🤝
🔎 Weitere Informationen zum CAS:
CAS Arbeitsumfeld Kernenergie | BFH






